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Es ist der bequems­te Satz der Branche: „Sie konnte sich nicht darauf ein­las­sen.” „Er war nicht bereit.” Klingt fach­lich. Ist aber meis­tens eine Ausrede – und genau darüber will ich heute ehrlich spre­chen. Denn die Frage, wie ent­schei­dend Bereit­schaft und Mit­wir­kung in der Gesprächs­hyp­no­se wirk­lich sind, erreicht mich immer wieder.

Woher die Frage kommt

Seit ich meine Demo Session kos­ten­los zugäng­lich gemacht habe, höre ich eine Ver­mu­tung beson­ders oft: „Ver­ste­he ich es richtig, dass die Bereit­schaft und die Mit­wir­kung sehr ent­schei­dend sind für das Funk­tio­nie­ren von Gesprächs­hyp­no­se?”

In dieser Demo arbeite ich mit einem Kol­le­gen. Die Sitzung ist ein­drück­lich, der Durch­bruch sicht­bar. Und genau das löst den Gedan­ken aus: „Das hat doch nur so gut funk­tio­niert, weil der Kollege selbst The­ra­peut ist. Weil die Bereit­schaft so groß war. Weil alle wollten, dass es gut aus­sieht.”

Ich ver­ste­he diesen Gedan­ken. Wer eine Ver­än­de­rung in wenigen Minuten sieht, sucht nach einer Erklä­rung – und Bereit­schaft ist eine bequeme.

Eine Kol­le­gin, die genau das dachte

Im letzten Trai­ning hatte ich eine Teil­neh­me­rin, die bereits einige Demo Ses­si­ons gesehen hatte. Sie hatte exakt diesen Gedan­ken: Das wirkt nur, weil man wohl­wol­lend ist, weil man in diesem Trai­ning ist, weil man möchte, dass es funk­tio­niert und gut aus­sieht. Weil die Bereit­schaft eben sehr, sehr hoch ist.

Dann meldete sie sich selbst als Demokli­en­tin. Mit Skepsis. Mit einem inneren „mal schauen, ob das wirk­lich funk­tio­niert”.

Sie war extrem ver­blüfft. Sie bezeich­ne­te es selbst als Feu­er­werk – weil sie inner­halb von ganz wenigen Fragen einen Durch­bruch hatte.

Trotz ihrer Skepsis. Trotz ihres Zwei­fels. Sie hat an sich selbst gemerkt, was diese Methode ermög­li­chen kann. Das ist das Fas­zi­nie­ren­de: Die Ver­än­de­rung war da. Nicht weil sie beson­ders bereit war, sondern obwohl sie skep­tisch war.

Was es wirk­lich braucht

Ich will nichts beschö­ni­gen, also seid bitte achtsam: Natür­lich braucht es eine Bereit­schaft. Es braucht ein Gegen­über, das mit einem Wunsch zu dir kommt, mit einem kon­kre­ten Problem, das es ver­än­dern möchte. Es braucht eine klare Auf­trags­la­ge.

Deshalb emp­feh­le ich grund­sätz­lich, vorab ein Stra­te­gie­ge­spräch zu führen. Aus drei Gründen: um die Bereit­schaft zu klären, um zu schauen, ob es ein Match ist – ob es für beide Seiten passt – und um den Preis zu bespre­chen.

Aber – und das ist der ent­schei­den­de Punkt – es braucht keine Über-Berei­t­­schaft. Keine Ultra-Begeis­­te­rung. Eine gesunde Skepsis darf man durch­aus mit­brin­gen. Es braucht ein kon­kre­tes Problem, das man ver­än­dern möchte. Reine Wohl­­fühl-Gesprächs­­­hy­p­­no­­se ohne Anlie­gen finde ich ehrlich gesagt sinnlos – und sie funk­tio­niert in dieser Form ver­mut­lich auch nicht.

Die Ausrede, die es bei uns nicht gibt

Hier wird es wichtig. In der klas­si­schen Hypnose hört man manch­mal Sätze wie: „Sie konnte sich nicht darauf ein­las­sen.” „Er war nicht bereit.” „Der Klient hat blo­ckiert.”

Das gibt es bei uns nicht.

Wenn eine Auf­trags­la­ge da ist, wenn der Klient dich bezahlt hat, wenn er mit dem Wunsch kommt, ein Problem zu ver­än­dern – dann ist „er konnte sich nicht darauf ein­las­sen” sehr oft eine Ausrede des The­ra­peu­ten. Sie ver­la­gert die Ver­ant­wor­tung auf den Kli­en­ten, anstatt sie dort zu lassen, wo sie hin­ge­hört: bei uns.

In der Gesprächs­hyp­no­se, wie ich sie ver­ste­he, beglei­te ich. Ich halte Raum. Ich brauche kein Gegen­über, das sich beson­ders anstrengt, beson­ders glaubt oder beson­ders will. Ich brauche einen Men­schen mit einem echten Anlie­gen – und gesunde Skepsis ist dabei kein Hin­der­nis. Sie darf da sein.

Das macht den Unter­schied

Bereit­schaft ist also wichtig, aber sie ist nicht der Hebel, an dem alles hängt. Der Hebel liegt nicht beim Über-Wollen des Kli­en­ten und nicht bei der per­fek­ten Mit­wir­kung. Er liegt im Gespräch selbst – auf Augen­hö­he, ohne Druck.

Wenn eine Sitzung nicht wirkt, lohnt sich also zuerst der ehr­li­che Blick nach innen, bevor wir dem Kli­en­ten die Schuld geben. Genau das hat die skep­ti­sche Kol­le­gin an sich selbst erlebt. Und genau das über­rascht alle, die es zum ersten Mal erfah­ren.

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