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Die meisten von uns sind Therapeut:in, Hypnotiseur:in oder Coach gewor­den, weil wir Empath:innen sind. Wir spüren, was unsere Klient:innen spüren, manch­mal als Kinesthet:innen sogar kör­per­lich, in abge­schwäch­ter Form. Genau diese Gabe, die uns in unseren Beruf geführt hat, kann jedoch das ver­hin­dern, was wir uns für unsere Klient:innen am meisten wün­schen: eine selbst­wirk­sa­me, nach­hal­ti­ge Ver­än­de­rung. In der Gesprächs­hyp­no­se arbeite ich deshalb mit einer Haltung, die auf den ersten Blick kon­train­tui­tiv wirkt.

Das emo­tio­na­le Gewicht der Empa­thie

Empa­thie ist nicht das Problem. Das emo­tio­na­le Gewicht, das wir unbe­merkt mit­tra­gen, kann es aber sein. Wenn wir emo­tio­nal mit ein­stei­gen, mit­lei­den und das Gewicht des Pro­blems mit­schlep­pen, legen wir dieses Gewicht oft noch zusätz­lich auf unsere Klient:innen drauf. Dabei tragen sie ohnehin genug. Wie ich es im Video sage:

«Die Pro­ble­me unserer Kli­en­ten sind schon schwer genug. Das Erleben der Ver­än­de­rung muss nicht so schwer sein wie die Pro­ble­me, die sie schon haben.»

Dass wir als Kinesthet:innen den Schmerz unserer Klient:innen in abge­schwäch­ter Form mit­füh­len, kann eine wert­vol­le Wahr­neh­mungs­form sein. Ent­schei­dend ist, dass wir dieses Mit­ge­fühl nicht zu einer zusätz­li­chen Last für unser Gegen­über machen.

Warum dein Klient den Druck spürt

Empa­thie hat eine Energie, und diese Energie spürt dein Gegen­über. Nicht bewusst, aber das System spürt sie. Und so ent­steht oft mehr Druck als nötig. Solange jemand spürt, dass er von dir geret­tet werden muss, dass du mit­lei­dest, bleibt er in einer Form von Abhän­gig­keit. Genau das bremst die Selbst­wirk­sam­keit aus, die wir uns für ihn wün­schen. Es geht dabei nicht darum, gefühl­s­arm oder künst­lich zu werden. Es geht darum, das emo­tio­na­le Gewicht aus der Begeg­nung her­aus­zu­neh­men.

Neu­tra­li­tät ist keine Kälte

Eine kli­­nisch-neu­­tra­­le, wohl­wol­len­de Haltung hat nichts mit emo­tio­na­ler Kälte, Starr­heit oder feh­len­der Empa­thie zu tun. Im Gegen­teil: Sie ist sehr mensch­lich, sehr präsent, sehr warm. Der Unter­schied liegt darin, dass wir empa­thisch bleiben, ohne mit dem vollen emo­tio­na­len Gewicht ein­zu­stei­gen. Diese Haltung erlaubt es uns, mit der ganzen Wahr­neh­mung, dem ganzen Fokus und der ganzen Präsenz zuzu­hö­ren, statt im Gefühl unter­zu­ge­hen.

Wie unbe­wuss­te Eigen­ver­ant­wor­tung ent­steht

Aus dieser neu­tra­len, wohl­wol­len­den Haltung heraus kann eine unbe­wuss­te Eigen­ver­ant­wor­tung ent­ste­hen, ganz ohne dass du deinen Klient:innen sagen musst, dass sie selbst­ver­ant­wort­lich für ihr Leben und ihre Themen sind. Das berich­ten mir auch viele Teil­neh­men­de aus dem Trai­ning, wenn sie so mit ihren Men­schen arbei­ten. Die Kli­en­ten meiner Teil­neh­men­den melden Reak­tio­nen zurück wie:

«Endlich ist mein Klient in diese Eigen­ver­ant­wor­tung ein­ge­stie­gen, ohne dass ich etwas sagen musste.»

Diese Eigen­ver­ant­wor­tung lässt sich nicht erzwin­gen. Sie kann sich zeigen, wenn die Haltung stimmt, und sie ist oft der Moment, in dem sich Ver­än­de­rung wirk­lich zu öffnen beginnt.

Pro­fes­sio­nel­le Distanz auf Augen­hö­he

Wenn wir gemein­sam mit unseren Klient:innen im «Loch des Pro­blems» sitzen, werden wir zu schlech­ten Begleiter:innen. Es braucht eine pro­fes­sio­nel­le Distanz, die auf Augen­hö­he bleibt, niemals von oben herab. Diese Distanz ermög­licht es, das ganze Gespräch so wahr­zu­neh­men und so zuzu­hö­ren, dass Ver­än­de­rung darin ent­ste­hen kann. Es geht weniger um einen Wohl­fühl­raum für eine Stunde und mehr darum, mit voller Präsenz genau diese Haltung ein­zu­neh­men, aus der heraus selbst­wirk­sa­me Ver­än­de­rung möglich wird.

Das Paradox der Ver­än­de­rung

Hier liegt das eigent­li­che Paradox: Je mehr du dir die Ver­än­de­rung für deine Klient:innen wünschst und je empa­thi­scher du emo­tio­nal mit ein­steigst, desto weniger kannst du sie ermög­li­chen. Diese kon­train­tui­ti­ve Erkennt­nis ist einer der Kerne der Gesprächs­hyp­no­se und damit ein Teil dessen, was ich als The­ra­pie­re­vo­lu­ti­on ver­ste­he. Aus dieser Haltung heraus kann eine anders­ar­ti­ge Ver­än­de­rung auf kör­per­li­cher, emo­tio­na­ler und unbe­wuss­ter Ebene möglich werden, die deinen Klient:innen erlaubt, ihr Leben wieder mit Leben zu ver­brin­gen, statt mit The­ra­pie.

So fühlt sich diese Haltung in echt an

Wie sich diese neu­tra­le, wohl­wol­len­de Haltung in der Praxis anfühlt, an einem realen Problem, lässt sich am besten erleben. In einer kos­ten­lo­sen Demo Session kannst du dir genau das anschau­en. Und wenn du diese Art zu arbei­ten selbst lernen möch­test, findest du auf der War­te­lis­te für das nächste live online Gesprächs­hyp­no­se­trai­ning (23.–25. Oktober 2026) alle wei­te­ren Infor­ma­tio­nen.

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