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Annä­he­rung statt Kopie

Ich würde mir jedoch niemals anmas­sen, das so zu lehren, wie Milton Erick­son gelehrt hat. Ich kann höchs­tens ver­su­chen, mich dem anzu­nä­hern.

„Ich würde mir niemals anmas­sen zu sagen, dass das das­sel­be ist – aber es gibt eine klare Ver­bin­dung.”

Er war mit seinen jahr­zehn­te­lan­gen Erfah­run­gen, seinem Wissen und seinem Hin­ter­grund seiner Zeit weit voraus – und gerade deshalb zu seiner Zeit oft auch verpönt. Diese Ein­zig­ar­tig­keit lässt sich nicht repro­du­zie­ren. Deshalb wäre es unred­lich zu behaup­ten, meine Arbeit sei eine Kopie der seinen.

Welche Prin­zi­pi­en von Erick­son wei­ter­le­ben

Und trotz­dem: Viele Ele­men­te der Gesprächs­hyp­no­se ruhen auf Prin­zi­pi­en, die Milton Erick­son so gelehrt hat. Er hat die Uti­li­sa­ti­on gelehrt – das Nutzen dessen, was der Mensch ohnehin mit­bringt. Er hat im Erleben gear­bei­tet, in Demo Ses­si­ons, genau so, wie auch das Gesprächs­­­hy­p­­no­­se-Trai­­ning abläuft. Und er hat darauf ver­traut, dass nicht die Behan­deln­den das Problem lösen, sondern der Mensch, der mir gegen­über sitzt.

Vor allem aber hat er etwas gemacht, das mich bis heute prägt: Er hat seine Arbeit nie in ein System gepresst. Keine Skripte. Keine Work­books. Keine starre Abfolge von Schrit­ten. Genau so arbei­ten wir in der Gesprächs­hyp­no­se.

Die Ahnen­li­nie zurück zu Milton Erick­son

Es gibt eine kon­kre­te Ver­bin­dung, fast wie eine Ahnen­li­nie. Mein Mentor hat seine Art zu arbei­ten im Erleben gelernt – als sehr junger Mann sass er in den Sit­zun­gen mit dabei, beob­ach­te­te, wandte an. Sein Mentor wie­der­um war damals noch bei Milton Erick­son. So reicht die Linie über mehrere Gene­ra­tio­nen zurück.

„Es gibt diese Ahnen­li­nie quasi zurück zu Milton Erick­son.”

Diese Ver­bin­dung anzu­er­ken­nen heisst nicht, sich mit fremden Federn zu schmü­cken. Es heisst, ehrlich zu benen­nen, woher etwas kommt – und gleich­zei­tig anzu­er­ken­nen, dass jede Gene­ra­ti­on, jede:r Anwender:in dem etwas Eigenes hin­zu­fügt.

Warum sich diese Arbeit in kein System pressen lässt

Milton Erick­son war ein­zig­ar­tig. Und so lehre ich auch diese Methode: in einer Art, wie jede:r Therapeut:in sie zur eigenen macht. Keine Kopie. Keine Schritt-für-Schritt-Anlei­­tung. Kein „wenn A, dann B”.

Diese Arbeit ent­steht im Moment – in der Energie, in der Präsenz, in der Haltung von uns Therapeut:innen, Hypnotiseur:innen und Coaches. Sie ent­steht zwi­schen zwei Men­schen, zwi­schen zwei Indi­vi­du­en. Genau das macht sie so spe­zi­ell. Und genau deshalb lässt sie sich nicht in ein Skript, in Sprach­mus­ter oder in eine kom­pli­zier­te Vor­ge­hens­wei­se pressen.

Lernen aus der Anwen­dung

Weil das Erleben das wesent­li­che Element ist, besteht das Trai­ning fast aus­schliess­lich aus Demo Ses­si­ons, aus Anwen­dung, aus Praxis. Es werden keine Notizen gemacht. Es gibt kein Handout, kein Work­book, keinen Ordner, nichts aus­wen­dig zu lernen.

„Es geht wirk­lich um diese Anwen­dung und dieses Lernen aus der Anwen­dung.”

Wir folgen Erick­sons Prin­zi­pi­en und nutzen das, was er uns hin­ter­las­sen hat – aber ohne sämt­li­che Sprach­mus­ter, ohne Modelle, ohne den Versuch, die Arbeit zu ver­schu­len. Dieses Frei­heits­lie­ben­de ist das, was ich an dieser Methode am meisten schätze, und was auch die Anwen­de­rin­nen und Anwen­der so sehr schät­zen.

Fazit: einer Tra­di­ti­on folgen, ohne sie zu kopie­ren

Basiert Gesprächs­hyp­no­se also auf Milton Erick­son? Es gibt eine Anleh­nung, eine Ahnen­li­nie, einen klaren Bezug zu seinen Prin­zi­pi­en. Aber es ist nicht seine Arbeit, und ich würde nie behaup­ten, dass es das wäre. Es ist eine eigen­stän­di­ge Art zu arbei­ten, die aus dieser Tra­di­ti­on schöpft und sie wei­ter­trägt – frei, indi­vi­du­ell und im Moment ent­ste­hend.

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