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„Das hat mir wirklich gefehlt — sowohl in meinem Repertoire, wie auch in der Kompetenz. Ich hatte oft den Eindruck: komm, jetzt mache ich es einfach. Aber ich habe es nicht gemacht.”
So beschreibt Dr. Stephanie Schönholzer das Stück, das in ihrer therapeutischen Arbeit fehlte, bevor sie die Gesprächshypnose kennenlernte — bei aller akademischer Tiefe und allen erlernten Methoden. Stephanie ist promovierte Psychologin und Kraniosakraltherapeutin mit einer Praxis in Bern. Sie hat Psychologie studiert, zu Stress und Persönlichkeit doktoriert, jahrelang beim Schweizerischen Nationalfond geforscht, Focusing nach Gendlin und themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn gelernt, ist Yogalehrerin und Meditierende.
In diesem Beitrag erzähle ich ihre Geschichte — wie eine Akademikerin mit vollem therapeutischem Repertoire sagt: die Zeit ist reif, dass wir anders arbeiten.
Die Stille als Kind und der Weg in die Psychologie
Stephanies therapeutischer Weg begann nicht mit einer Ausbildung. Er begann mit einer Höhle im Garten — einem Thujastrauch vor dem Elternhaus, in den sie als Kind hineinsitzen konnte. „Dort vergeht Form und wird wieder Form”, erzählt sie. „Ich habe irgendwann begriffen, dass diese Formwerdung eigentlich die Antworten sind auf das, was uns interessiert.”
Diese Stille hat sie nicht mehr losgelassen. In ihrer Jugend zog es sie zur Frage, wie Frieden möglich ist — und sie kam zur Überzeugung, dass dieser zuerst im Inneren entstehen muss. Das war ihre Motivation, Psychologie zu studieren. Es folgten Sozialpsychologie, Soziologie, Präventivmedizin, Arbeit mit suchtmittelabhängigen Menschen und mit jungen Frauen mit Gewalterfahrung. Später doktorierte sie zu Stress und Persönlichkeit und war jahrelang an Forschungsprogrammen des Schweizerischen Nationalfonds beteiligt.
Auch vier Jahre klassische Psychoanalyse standen auf ihrem Weg. Stephanie sagt rückblickend offen:
„Für all die Fragen, die ich als junge Frau hatte, und all die Nöte, die ich hatte — war das nicht sonderlich hilfreich.”
Aber sie hat dabei eines gelernt: ihren inneren Stimmen zuzuhören. Und sie wusste danach klarer denn je: so will sie nicht therapeutisch arbeiten.
Eine volle Toolbox — und das fehlende Teil
Mit den Jahren kamen weitere Methoden dazu: themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn, Focusing nach Eugene Gendlin, Yoga und Meditation, schliesslich Kraniosakraltherapie. In der Kraniosakraltherapie hat Stephanie etwas Entscheidendes gelernt — konsequent zuzuhören und nicht zu denken. Das linkshemisphärische Analysieren und Mentalisieren lag ihr aus akademischer Prägung extrem gut. Und war gleichzeitig „ein super Stolperstein für ganz vieles”, wie sie sagt.
Mit dem Körper, am Körper, hat sie gelernt, dem System zu vertrauen, das einen eigenen Weg nimmt. Aber im Gespräch?
„Im Gespräch hatte ich keine Ahnung, wie ich das machen soll. Ich dachte wirklich lange, es wäre einfach toll, es gäbe etwas, das diese ganz konsequente Form des Zuhörens und des Vertrauens nicht nur proklamiert, sondern wirklich auch lebt.”
Das war für sie das fehlende Teil. Im Repertoire. Und in der Kompetenz.
Das grosse Aha: nur die Problembeschreibung
Als Stephanie mir auf LinkedIn begegnete, vergingen keine zwei Wochen, bis sie das Erstgespräch gebucht hatte. Sehr untypisch für sie — und doch authentisch. Was im Training für sie passierte, beschreibt sie als „eine ganze Menge Ahas”. Das Wesentliche fasst sie so zusammen:
„Eines der grossen Ahas, die für mich passiert sind, ist: dass wir einfach nur die Problembeschreibung in den Vordergrund stellen. Die Lösung und die Ursache sind ja Narrative. Aber das, was stört, ist einfach.”
Für eine Akademikerin, die gerne versteht, was passiert, war das nicht selbstverständlich. „In dieser Konsequenz war es wirklich ein grosses Aha.” Genauso wichtig für sie: dass im Training niemand sie aufforderte, mich zu imitieren. Sie durfte authentisch bei sich bleiben.
Die Therapie beginnt im Gespräch
In ihrer Praxis hat sich seither verschoben, wo Therapie eigentlich beginnt. Stephanie beschreibt es so:
„Früher war das Erstgespräch viel mehr ein Vorgespräch, und die Therapie kam nachher. Jetzt habe ich den Eindruck: da beginnt einfach gleich die Therapie.”
Sie sagt das ihren Klientinnen und Klienten heute auch — dass es vollkommen in Ordnung sei, wenn sie einfach ein Gespräch führten. „Nur ein Gespräch.” Weil gerade dort, zu Beginn, enorm wertvolle Dinge gesagt werden. Was sie als ihr grösstes Takeaway aus dem Training nennt, ist eine einzelne Aussage:
„Die Therapie beginnt im Moment, wo die Person für sich zu reflektieren beginnt. Dort beginnt sie — und nicht mit meinem Tun.”
Bei medizinischen Themen wie Trauma gehört für mich immer auch die vorgängige Abklärung mit dem Hausarzt zwingend dazu.
Geschenke out of the box
Wie reagieren Stephanies Klientinnen und Klienten auf diese veränderte Arbeitsweise? Stephanie berichtet, dass sie meistens überhaupt nicht enttäuscht seien, nicht auf der Liege gewesen zu sein oder kein Tool geübt zu haben. Oft sagten sie am Ende, sie wüssten gar nicht, was passiert sei — und seien zugleich nicht darauf erpicht, ihre eigene Logik nachvollziehen zu können. Sie hätten konkrete Veränderungen erlebt:
„Man könnte sagen: thinking out of the box. Aber es ist nicht nur thinking. Es sind wirklich Geschenke out of the box, die reinfliegen.”
Manchmal entstehe ganz natürlich eine Trance, ohne dass sie und die Klientin bewusst dorthin gegangen seien. Stephanie sagt klar: „Wir betreiben ja nicht Hypnose. Wir lassen die Trance zu.”
Marktlücke und Revolution
Wenn Stephanie heute darüber spricht, was die Gesprächshypnose im Feld der Therapie ist, fällt ein Wort, das eng an meinem eigenen Sprachgebrauch liegt:
„Ich glaube wirklich, es ist eine Marktlücke. Dieses im Gespräch sein, dieses Mäandrierende und trotzdem auf den Punkt bringen, und trotzdem nicht einengen. Drum sag ich ja Revolution.”
Und am Ende unseres Gesprächs ergänzte sie noch — als jemand, der selbst aus dem akademischen Feld kommt:
„Die Zeit ist echt reif dafür, dass wir anders arbeiten. Weil wir auch all dieses Wissen haben. Das Wissen ist nicht nur in den Köpfen, es ist auch im Feld. Auch die Klientinnen und Klienten haben enorm viel Wissen. Wir müssen ihnen nicht mehr Dinge beibringen.”
Für wen sich die Methode eignet
Stephanie empfiehlt das Training „Menschen, die Lust haben, aus dem Mentalisieren rauszukommen — die die Nase voll haben von vielen Konzepten, die im 1:1 nicht ganz aufgehen.” Menschen, die auch ein bisschen mutig sind, so zu arbeiten, und „die Ketten zu sprengen” von dichten Methoden. Wichtig ist ihr noch ein Punkt: die Gesprächshypnose sei sehr gut kompatibel mit anderen Therapieformen — es gebe vieles, was anders sei, aber nur wenige Widersprüche.
Wenn du dich in Stephanies Reise wiederfindest — wenn du viel weisst, viele Methoden gelernt hast und trotzdem das Gefühl kennst, dass im Gespräch etwas fehlt — dann ist ihre Geschichte vielleicht ein Spiegel.
Das nächste live online Gesprächshypnose Training findet vom 5. bis 7. Juni statt. Alle Infos und den Link zur Anmeldung findest du unter barbarabryce.com/gespraechshypnose-training.
Du möchtest dir das erst mal anschauen? Dann wirf gerne einen Blick auf die kostenlose Demo Session.
Herzlichen Dank, liebe Stephanie, für dein durchdachtes und tiefes Feedback. Stephanies Praxis findest du in Bern unter touchingpresence.ch.
Video:
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