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Du hast eine Sitzung mit einem Kli­en­ten und erkennst das Problem sehr schnell,  von außen ist es längst klar. Aber dein Klient dreht sich im Kreis, über­nimmt immer wieder die Führung, will einfach nicht erken­nen, auf was du ihn hin­wei­sen möch­test. Du hast ver­sucht, es in Fragen zu ver­pa­cken, in ver­steck­te Hin­wei­se, mit einem Ref­raming – und trotz­dem kommt ihr nicht weiter.

Das ist kein sel­te­nes Phä­no­men. Es hat einen Namen: Black­out in der Session. Und es liegt fast nie dort, wo wir es ver­mu­ten.

Klient erkennt das Problem nicht — Das Problem liegt nicht beim Kli­en­ten

Die nahe­lie­gen­de Erklä­rung lautet: Er ist nicht bereit. Er ist nicht ehrlich mit sich selbst. Er konnte sich nicht öffnen. Er hat mir nicht ver­traut. Er fühlte sich nicht sicher.  Er steckt in der Opfer­rol­le. Er kann sich nicht ent­span­nen. Diese Erklä­rung hört sich plau­si­bel an – und sie ist meis­tens falsch.

„Die Her­aus­for­de­rung ist, dass es sehr oft nicht am Kli­en­ten liegt, sondern eher an der Art, wie du als The­ra­peu­tin, Hyp­no­ti­seu­rin oder Coach vor­gehst.”

Wenn dein Klient das Problem nicht erkennt, ist das kein Zeichen von man­geln­der Bereit­schaft. Es ist ein Zeichen, dass er noch mit­ten­drin im Problem steckt. Und genau deshalb sitzt er dir gegen­über.

Warum die klas­si­schen Fragen nicht funk­tio­nie­ren

„Was brauchst du jetzt?” „Was ist deine Erkennt­nis daraus?” „Wie würdest du das lösen?”

Diese Fragen klingen empa­thisch. Sie sind es nicht – zumin­dest nicht, solange das Problem noch unver­än­dert ist.

„Dein Klient kann, wenn das Problem noch fest ist, noch nicht gelöst ist, noch nicht ver­än­dert ist, keine Erkennt­nis dar­aus­zie­hen. Das funk­tio­niert nicht, weil dann müsste der Klient ja nicht zu dir kommen.”

Diese Fragen hat sich der Klient selbst schon tausend Mal gestellt. Genau deshalb steckt er noch fest. Und die klas­si­sche NLP-Frage „Wenn du es wüss­test, was wäre es?” artet schlicht in ein Rate­spiel aus – mit hohem Druck, ohne echten Zugang.

„Das ist so plump, das ist so nicht wirk­lich empa­thisch und auch nicht auf Augen­hö­he.”

Das prä­sen­tier­te Problem ist nie das wirk­li­che Problem

Das klingt bekannt – und wird trotz­dem ständig über­se­hen.

Wir arbei­ten bau­kas­ten­mä­ßig am prä­sen­tier­ten Thema: der Angst, dem Gewicht, dem Rauch­stopp, dem Stress. Aber das wirk­li­che Problem liegt woan­ders. Und solange wir mit dem Ober­flä­chen­the­ma arbei­ten, drehen wir uns im Kreis.

„Es geht nicht um das Problem, das dein Klient dir prä­sen­tiert.”

Kein Kon­junk­tiv, keine Zukunfts­fra­gen, keine Rezept­fra­gen, keine Lösungs­fra­gen, keine Wunsch­fra­gen, keine sys­te­mi­schen Umkehr­fra­gen werden das ändern – solange das eigent­li­che Problem noch unbe­rührt ist.

Was in der Gesprächs­hyp­no­se anders ist

In der Gesprächs­hyp­no­se fokus­sie­ren wir uns auf die Ver­än­de­rung des Pro­blems – ohne das Problem ver­än­dern zu wollen. Das ist der ent­schei­den­de Unter­schied.

„Solange dieses Problem noch nicht irgend­wie weich gewor­den ist, irgend­wie sich ver­än­dert hat, irgend­wie in den Denk­pro­zes­sen sich ein Loop auftut – kannst du all diese Fragen ver­ges­sen.”

Was statt­des­sen zählt: echtes Zuhören. Nicht Stille allein aus­hal­ten. Nicht in die Kind­heit zurück­ge­hen. Nicht wissen, wo das Problem her­kommt. Sondern wahr­neh­men, was der Klient wirk­lich sagen möchte – und anders kom­mu­ni­zie­ren als alle The­ra­peu­ten, Hyp­no­ti­seu­re und Coaches, die er bisher erlebt hat.

Was dann möglich wird

Wenn sich das wirk­li­che Problem im Denken des Kli­en­ten ver­än­dert – dort, wo es wirk­lich ver­knüpft ist und nicht dort wo wir es ver­mu­ten – dann kann sich auf einmal sehr viel gleich­zei­tig ver­schie­ben. Ver­span­nun­gen, die nie Thema waren. Mut für Ent­schei­dun­gen, die lange auf­ge­scho­ben wurden. Ver­än­de­run­gen auf Ebenen, die in der Sitzung gar nicht bespro­chen wurden.

„Das hat mehr gebracht als acht Jahre zuvor bei meinen The­ra­peu­ten.” – Rück­mel­dung eines Kli­en­ten

Wir wissen: Pro­ble­me halten die Hand mit anderen Pro­ble­men. Und wenn das eine Tiefe sich wirk­lich ver­än­dert, ist der Raum für alles andere plötz­lich offen. Es kann neu gewählt werden.

Der Klient, der das Problem nicht erkennt, braucht nicht noch mehr Hin­wei­se, Kon­junk­tiv oder Stielle. Er braucht deine Präsenz und deine Erfah­rung, wie du anders vor­ge­hen kannst, ohne ihn auf deine Erkennt­nis hin­wei­sen zu müssen.

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