März 8

Not one more vet

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Dieses neue Profilbild auf Facebook mit dem Akronym NOMV, Not One More Vet, ist mir gestern entgegen gesprungen. Zahlreiche meiner Tierärzte-Freunde haben es geteilt, bzw. ihr Profilbild entsprechend angepasst. Nicht noch ein Tierarzt. Gemeint ist die außergewöhnlich hohe Suizidrate bei unserem Berufsstand.

Die Initiative stammt aus der Organisation NOT ONE MORE VET, gegründet von Dr. Nicole McArthur, selber Tierärztin und Freundin eines Suizidopfers. 

“We are literally dying trying to help you and your pet.” hat ein Kollege gepostet. 

Das hat mich veranlasst, dazu etwas zu schreiben und ein live Video dazu zu machen.

Das erste mal von dieser hohen Suizidrate unter Veterinären habe ich in einer Vorlesung, wo die Dozentin in einem Nebensatz davon sprach, wie unglücklich und überarbeitet ihre Kollegen in der Praxis seien. Ich fand sie doof, die Dozentin und konnte mir im Studium noch nicht so richtig vorstellen, wie es in so einem “Traumjob” dazu kommen könnte. Wie naiv ich doch war. 

Heute verstehe ich es. Ja, es ist ein Beruf mit extrem hohen Anforderungen, psychisch wie physisch. Ja, wir haben mit Tieren zu tun, aber eben auch mit ganz vielen Tierbesitzern und nicht immer sind die Wünsche der Tierbesitzer im Sinne der Tiere. Es gilt, viel Emotionales abzufedern und daneben auch noch ein Unternehmen mit Angestellten zu führen, dies Tag und Nacht.

Die meisten von uns Tierärzten waren und sind sogenannte High Achiever, Leistungsmenschen, meist sehr intelligent, mit einer grossen Tierliebe und bereit viel zu leisten. Doch wir wissen alle, dass jeder noch so leistungsbereite Mensch, mit wenig Schlaf, viel Stress und wenig sozialem Ausgleich irgendwann nicht mehr kann und vielleicht sogar nicht mehr will. 

Deshalb gilt es, früh genug zu erkennen, wenn es in eine ungesunde Richtung läuft und ab heute gesunde Routinen installieren. NOMV hat einen kleinen Survival Guide von trauma stewardship institut geteilt. 

Es erstaunt mich nicht, dass dieses Thema jetzt wieder aufflammt. Es funktioniert nicht mehr,. einfach zu leisten, "grind abe und seckla", wie wir auf schweizerdeutsch sagen. Es ist eine Strategie die nicht mehr fruchtet, weil sie in eine Sackgasse führt. Und wir alle merken das. 

Es ist Zeit, auf dich zu hören, deine innere Stimme und zu merken, was dir gut tut und was nicht. Es ist Zeit die Freude wieder einzuladen in dein Leben, denn irgendwo in dem vielen Tun ist sie auf der Strecke geblieben. Es ist Zeit dein Leben nach deinen Werten zu gestalten und zu leben. DU hast dieses Leben geschenkt bekommen, dann nimm es bitte an und schufte dich nicht zu Tode, davon hat niemand etwas.

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