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Fast jede Aus­bil­dung lehrt den­sel­ben Satz: Das prä­sen­tie­ren­de Problem ist nie das wirk­li­che Problem. Und dann baut trotz­dem fast jede:r genau darauf die ganze Vor­ge­hens­wei­se auf. Rauchen, dann Aver­si­on. Über­ge­wicht, dann künst­li­ches Magen­band. Angst, dann eine Technik. Trauma, dann klein­schrit­tig Res­sour­cen auf­bau­en. Ein Plan, gestülpt auf das, was der Klient vorne hin­stellt – obwohl wir eigent­lich wissen, dass das oft gar nicht der Kern ist. Genau an diesem Punkt setzt Gesprächs­hyp­no­se an.

Der Satz, der für Tumult sorgte

Aus­ge­löst wurde die Dis­kus­si­on durch ein Inter­view, das ich ana­ly­siert habe. Die eine Seite sagte sinn­ge­mäss: „Ich glaube meinen Kli­en­ten nicht alles, was sie mir sagen, ich hin­ter­fra­ge das.” Die andere hielt dagegen, dass wir unseren Klient:innen natür­lich glauben, weil das doch zum empa­thi­schen Zuhören gehört. Aus diesem Hin und Her ist ein Video ent­stan­den – und mit ihm eine Reak­ti­on: Das sei doch respekt­los, wenig achtsam, fast lieblos.

Ich ver­ste­he die Reak­ti­on. Und trotz­dem ist das Gegen­teil der Fall.

Warum „glaube nicht alles” nichts mit feh­len­dem Mit­ge­fühl zu tun hat

Dieser Satz kommt nicht aus feh­len­dem Mit­ge­fühl. Er kommt aus einer Erkennt­nis: Wenn wir unseren Klient:innen alles glauben, was sie uns erzäh­len, drehen wir uns genauso in ihrem Sym­ptom­kreis wie sie selbst. Noch heikler wird es, wenn wir das prä­sen­tie­ren­de Problem für die Wahr­heit nehmen und darauf ein ganzes Kon­strukt aus Tech­ni­ken, Vor­ge­sprä­chen, Rapport und Induk­tio­nen setzen. Dann steht viel Aufwand auf sehr wack­li­gen Beinen.

Die meisten von uns sind Therapeut:innen, Hypnotiseur:innen oder Coaches gewor­den, weil wir gut zuhören können und Men­schen unter­stüt­zen wollen. Diese Fähig­keit bleibt. Sie ver­la­gert sich nur auf eine andere Ebene – feiner, intui­ti­ver, auf­merk­sa­mer für das, was zwi­schen den Zeilen liegt.

Was dein Klient dir schil­dert, ist seine beste Ver­mu­tung

Ein Gedanke ver­än­dert dabei fast alles:

„Was dein Klient dir sagt, ist seine beste Ver­mu­tung, was das Problem sein könnte.”

Du gestehst deinem Gegen­über voll­stän­dig zu, dass sein Problem aus seiner Sicht real ist, einen Schmerz­punkt hat, das Leben ein­schränkt – sonst wäre er ja nicht zu dir gekom­men. Und gleich­zei­tig weisst du inner­lich: Das ist noch nicht der Kern. „Ich höre dir zu. Ich nehme dich wahr. Und ich weiss, dass das, was du mir erzählst, noch nicht das wirk­li­che Problem ist.” Das nimmt Druck – dir und deinem Kli­en­ten.

Warum Vor­be­rei­tung auf einer Ver­mu­tung selten trägt

Viele Aus­bil­dun­gen sagen zwar, das prä­sen­tie­ren­de Problem sei nicht das eigent­li­che – und bauen den Ver­än­de­rungs­plan dann doch darauf auf. Immer gleich: Vor­ge­spräch, Rapport, „darf ich dich hyp­no­ti­sie­ren?”, Induk­ti­on, noch tiefer. Doch das alles ergibt wenig Sinn, solange wir gar nicht wissen, worum es wirk­lich geht. Auf einer blossen Ver­mu­tung lässt sich schwer etwas Nach­hal­ti­ges vor­be­rei­ten. Und genau deshalb kommen Klient:innen manch­mal immer wieder mit dem­sel­ben Thema zurück.

Anders zuhören – auf Augen­hö­he statt in die Tiefe schie­ben

In der Gesprächs­hyp­no­se geht es nicht darum, den Kli­en­ten mit Umkehr­fra­gen, sys­te­mi­schen oder lösungs­ori­en­tier­ten Fragen irgend­wo­hin zu schie­ben, damit er das Symptom durch­schaut. Es geht darum, dass er sein Problem auf seine ganz indi­vi­du­el­le Art erkennt, ent­schlüs­selt und dadurch ver­än­dern kann. Natür­lich, im Gespräch, mit offenen Augen – so, wie zwei Men­schen ein­an­der gegen­über­sit­zen. Ent­span­nung mit geschlos­se­nen Augen ist schön, aber das ist eher Well­ness. Ver­än­de­rung auf Augen­hö­he ist etwas anderes.

Bei medi­zi­ni­schen Themen wie Trauma, Schmerz oder psy­cho­so­ma­ti­schen Beschwer­den gehört für mich immer auch die vor­gän­gi­ge Abklä­rung mit dem Haus­arzt zwin­gend dazu.

Dein Klient kennt den Weg

Das Schöne an diesem Zugang: Du musst deinem Kli­en­ten nicht die Treppe bauen, über die er her­aus­kommt. Er kennt den Weg oft selbst. Das nimmt dir Kopf­zer­bre­chen und Vor­be­rei­tung ab und gibt dir Frei­heit zurück – und deinem Kli­en­ten Selbst­wirk­sam­keit. Viele Teil­neh­men­de meines Trai­nings melden zurück, dass sie nach dieser Erfah­rung nicht mehr zu sche­ma­ti­schem Vor­ge­hen zurück­keh­ren möchten.

Wenn du erleben möch­test, wie sich dieses andere Zuhören anfühlt, kannst du dir eine kos­ten­lo­se Demo Session ansehen und dich unver­bind­lich auf die War­te­lis­te für das nächste Live online Trai­ning ein­tra­gen.

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