April 19

Was ist Spiritualität?

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Was ist Spiritualität aus meiner Sicht?

Dies ist ein Versuch, hier etwas in Worte zu fassen, dass sich besser im Fühlen, in Schwingungen und Vibrationen erleben, als in Buchstaben festhalten lässt. Trotzdem starte ich hier das Wagnis, meine Sicht zu teilen. Ein Wagnis deshalb, weil Spiritualität, ähnlich wie Sexualität, etwas Persönliches, ja gar Intimes ist. Es ist jedem Menschen ureigen, wie er damit umgeht, was er glaubt und wie er das tut. Und oft sind wohl jene Menschen die von sich behaupten, nicht spirituell zu sein, dies umso mehr. 

Spiritualität - ein Gefühl?

Wir alle kennen dieses Gefühl, dass es da noch mehr gibt. Ein Gefühl, dass immer dann geweckt wird, wenn es ganz Still ist, in der Natur oder in einem leeren Raum. Dieses Gefühl kann auch bei ausserordentlichen Erlebnissen entstehen, bei höchsten Glücksgefühlen oder bei tiefster Trauer und Verzweiflung. Dieses Gefühl begleitet uns unser ganzes Leben lang. 

Mit diesem Gefühl habe ich mich auf die Suche gemacht nach Antworten. Ich, als sehr rationaler Mensch, immer vom Verstand getrieben und darauf aus, den Intellekt zu füttern. 

Definition

Laut Wikipedia ist Spiritualität die Suche einer sinnlich nicht fassbaren und rational nicht erklärbaren transzendenten Wirklichkeit, die der materiellen Welt zugrunde liegt.

Wikipedia Spiritualität

Hier meine Sichtweise, Spiritualität ist:

  • (lateinisch spiritus= Geist, Hauch) ist ein Überbegriff, der die ganze feinstoffliche Welt, das Universum und die jegliche Vibes auf diesem Planeten miteinschliesst. 
  • das Wissen von einer universellen Kraft und universellen Gesetzen, die den menschlichen Verstand und die menschliche Intelligenz bei weitem übertreffen. 
  • das Spüren und Erleben mit einem weiterem Sinn, der Intuition, diesem sechsten Sinn und das Vertrauen darauf.
  • das Wissen um eine Seele. Das Wissen, dass unser Leben hier auf diesem Planeten begrenzt ist, dass die Seele hier in diesem Körper zu Besuch ist und einen Auftrag hat. Das Wissen auch, dass dieses Leben in diesem Körper uns als Seele geschenkt wurde, um diese menschliche Erfahrung zu machen.

Wie andere Spiritualität definieren

Gerne teile ich mit dir auch andere Sichtweisen, andere Perspektiven und Ansätze darüber, was es heißt, spirituell zu sein. Es geht, wie gesagt nicht darum, wer Recht hat oder die Wahrheit kennt, es geht darum was für dich stimmt, was für dich wahr ist, denn im inneren weisst du es.

Der Körper als Vehikel

Der Körper ist dabei eine Art Leihgabe, eine Hülle, “a bag of skin”, wie Jim Fortin ihn nennt oder “a meat suit”, wie Alisha Belluga ihn auch bezeichnet. 

Oprah Winfrey bezieht sich oft auf den Satz: We are spiritual beings having a human experience.- Wir sind spirituelle Wesen die eine menschliche Erfahrung machen. Dieser Satz stammt vom französischen Philosophen und Priester Pierre Teilhard de Chardin. The greatest discovery in Oprah's life - what I know for sure

Höhere Macht

Ich glaube, wir Menschen hatten schon immer ein Wissen um eine höhere Macht, sei es nun beim Schamanismus der Urvölker oder bei der Entstehung der verschiedene Religionen. Ich bin keine Theologin. Was ich jedoch sehr spüre, ist die Verbundenheit mit der Natur und wie sehr wir alle uns danach sehnen, wieder mehr diese Verbundenheit zu spüren und dort aufzutanken.

Man kann nicht nicht spirituell sein.

Spiritueller Hochmut

Wenn ich über Spiritualität schreibe, möchte ich die negativen Auswirkungen von vermeintlicher Spiritualität auch ansprechen.

Kein besser, höher, weiter

Spiritualität ist nicht etwas, das man sich verdienen muss, wo es besser, höher, weiter gibt. Der vermeintliche Glaube, dass jemand spiritueller oder weiter sei als jemand anders, ist vermessen.

Spirituelle Praxis

Es geht nicht darum, wie oft man “Spiritualität praktiziert”, sei es nun in Meditation, beim Yoga, Beten oder Fasten, sondern wie man lebt. Und mit Leben meine ich einfach leben, nicht nach Regeln von irgendwelchen Gurus, nicht weil es gerade “in” ist irgendein Ernährungsschema einzuhalten, nicht weil es dir von aussen gesagt wurde, sondern weil es sich für dich richtig anfühlt. Du bist dein eigener Maßstab. Spiritualität lässt sich nicht wie einen militärischen Orden um den Hals tragen. Kein Mala, keine Zusatzname, kein Edelstein, kein Duft und kein Tatoo macht dich spiritueller. Es ist deine ureigene Essenz, du brauchst keine Dekoration dazu. 

Jeder Mensch ist spirituell auf seine ganz eigene Weise und niemand hat das Recht ihm vorzuschreiben, wie dies aussen auszusehen oder sich innen anzufühlen hat.

Verbundenheit erleben

Dazu möchte ich noch etwas sagen, denn ich muss mich selbst auch immer wieder gut überprüfen, dass ich nicht dem spirituellen Hochmut verfalle. 

Dies nicht, weil ich irgendjemandem meine Sichtweise aufzwingen möchte oder arrogant wirken will. Doch ich möchte den Menschen die Möglichkeit eröffnen, es selbst zu erleben, diese Verbundenheit zu spüren mit allem, dieses Urvertrauen in sich selbst und in das Leben, sowie diese tiefe Dankbarkeit und Freude am Leben zu sein.

Licht und Schatten inklusive

Das heisst nicht, dass im Konzept Leben nicht auch ganz viel Herausforderungen, Krisen und Schmerzen mit dabei sind und da komme ich gleich auf das nächste wichtige Thema in der spirituellen Szene zu sprechen: das spiritual bypassing.

Spiritual bypassing

Eine andere Schattenseite der spirituellen Szene ist die Gefahr des spiritual bypassing. Ein Ausdruck den John Wellwood in den 1980er Jahren geprägt hat. Ihm ist aufgefallen, dass in der buddhistischen Gemeinschaft in der er lebte, Menschen, wie auch er selbst, eine Tendenz entwickelten, Spiritualität als eine Art Abwehrmechanismus zu nutzen, um ungelöste emotionale Probleme oder Traumata, zu umgehen, anstatt sich durch diese herausfordernden Emotionen durchzuarbeiten und sich den ungelösten Problemen zu stellen. Zeichen dafür sind das Vermeiden oder Verleugnen jeglicher negativer Emotionen, wie Wut, Angst, Neid, Frustration, eine gewisse Loslösung vom Alltagsleben indem der Fokus alleine auf die Spiritualität gelegt wird und der Glaube, allein mit positivem Denken werde alles gut. Das toxische am spiritual bypassing, ist wenn man diese Muster beginnt zu predigen. 

Toxisches Marketing

Wie Lilli Koisser in ihrem Instagram Post gut beschreibt, wird leider allzu oft damit Marketing betrieben, toxisches Marketing, indem man den Kunden suggeriert, alles sei möglich mit der richtigen Einstellung und der entsprechenden Anstrengung. Dieses Muster ist weit verbreitet. Es ist dieses Marketing aus dem Mangel heraus. Es suggeriert, dass dir etwas fehlt und du nur durch dieses eine Produkt endlich begreifen wirst, wie der Hase läuft. Und falls dieses Produkt für dich nicht funktioniert, dann liegt es an deinem Mindset, an deiner Einstellung oder an der fehlenden Anstrengung und schon wird dir das Folgeprodukt verkauft. Leider ist diese Art Marketing, aus einer verletzten Männlichkeit heraus, sehr verbreitet. Ein guter Grund für einen weiteren Blogartikel zu einem späteren Zeitpunkt. 😉

Vom Mangel in dein Sein

Was hat das ganze mit Spiritualität zu tun? Solange wir denken, uns fehle etwas um gut genug zu sein, endlich loszulegen und unser Leben nach unseren Wertvorstellungen zu gestalten, so lange wird diese Art von Marketing funktionieren. Mit der Erkennen deines eigenen Potentials und einer gesunden Verbindung zu dir und deinem Körper, wirst du zum Gestalter deines Lebens und kein Guru und kein Marketing der Welt werden dir jemals wieder etwas verkaufen, dass du nicht brauchst.

Deshalb hier meine Antwort:

Spiritualität ist leben

Spiritualität bedeutet für mich leben. Mit beiden Füssen auf der Erde, bodenständig, bewusst in meinem Körper, mit allen Emotionen, verbunden mit allem, und mit einem Bewusstsein, dass da Dinge sind, die wir nicht erklären können, die jedoch Teil des Lebens sind. 

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Tags

Bewusstsein, Intuition, sechster Sinn, spiritual bypassing, Spiritualität, spiritueller Hochmut, toxisches Marketing, Verbundenheit, Wahrnehmung


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