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Chro­ni­sche Schmer­zen, Ängste, Zwänge, Rauchen, Über­ge­wicht – wir alle wissen: Was der Klient prä­sen­tiert, ist nur ein Symptom. Die tiefere Ursache des Pro­blems liegt woan­ders. Und trotz­dem gehen wir hin und ver­wen­den eine Technik, die genau auf dieses Symptom zuge­schnit­ten ist.

Es gibt ganze Aus­bil­dun­gen zu Schmerz­ma­nage­ment, zum vir­tu­el­len Magen­band, zu Ängsten, zu Sport­ler­hyp­no­se. Und gleich­zei­tig wissen wir: Das sind alles Sym­pto­me.

Die Regres­si­on zur Ursache löst es auch nicht

Das klas­si­sche Vor­ge­hen in der Hypnose: eine Regres­si­on zum mög­li­chen Ursprung. Ein Versuch, in der Trance zurück­zu­rei­sen, zu einem mög­li­chen Ursprungs­ort, zu dem Ereig­nis, das dieses Problem viel­leicht ver­ur­sacht hat. Das Kind stärken, posi­ti­ve Anker setzen, posi­ti­ve Gefühle indu­zie­ren.

Doch das Wissen einer Ursache allein ändert nichts. Viele Kli­en­ten wissen bereits, dass da in der Kind­heit etwas nicht so schön war. Und trotz­dem:

„Auch wenn wir dorthin zurück­rei­sen mit dem Kli­en­ten, dort das Kind stärken, dem Kind gut zuspre­chen, diese posi­ti­ven Anker setzen, diese posi­ti­ven Gefühle indu­zie­ren – ver­än­dert sich das Problem meist immer noch nicht nach­hal­tig.”

Warum? Weil es nicht um die Ursache geht.

Lass die Ursache los

Das klingt pro­vo­ka­tiv. Es ist ernst gemeint.

„Leute, es geht nicht um die Ursache. Lass die Ursache einfach los.”

Es geht nicht darum, zwin­gend diesen einen Grund zu finden, diesen einen unter­be­wuss­ten Aus­lö­ser. Denn selbst wenn man ihn findet – so what? Was ändert das an dem heu­ti­gen Problem des Kli­en­ten?

Was wirk­lich zählt, ist etwas anderes:

„Es geht um den ver­steck­ten Nutzen dieser Hand­lung, dieses Pro­blems. Es ist da etwas ganz spe­zi­ell unbe­wusst ver­knüpft, dass der Klient erken­nen wird.”

Und diesen ver­steck­ten Nutzen finden wir nicht mit einer Technik, nicht mit einer Induk­ti­on, nicht mit Anker­set­zen und posi­ti­ven Gefüh­len. Wir Men­schen sind zu ein­zig­ar­tig, zu viel­schich­tig, zu indi­vi­du­ell für diese starren Sche­ma­ta und ein­engen­den Vor­ge­hens­wei­sen.

Was sich nicht mehr stimmig anfühlt

Viele erfah­re­ne Therapeut:innen, Hypnotiseur:innen und Coaches spüren das irgend­wann. Jeman­den in eine Regres­si­on zu zwingen, in eine Induk­ti­on zu drücken, mit NLP-Reframe-Fragen zu bom­bar­die­ren – das fühlt sich nicht mehr stimmig an.

„Es ist viel zeit­ge­mä­ßer, viel frei­heits­lie­ben­der und vor allem deshalb auch viel selbst­wirk­sa­mer, ganz anders vor­zu­ge­hen.”

Enormes Wissen macht dich nicht zu einer bes­se­ren The­ra­peu­tin. Was dich besser macht:

„Diese Neugier, diese Haltung, diese Offen­heit, deine innere Haltung und dein Ver­trau­en in die Lösungs­fä­hig­keit deines Kli­en­ten.”

Was in der Gesprächs­hyp­no­se statt­des­sen pas­siert

In der Gesprächs­hyp­no­se geht es darum, tiefer zu arbei­ten – ohne jeman­den irgend­wo­hin zu zwingen. Nicht in eine Trance, nicht in eine Regres­si­on, nicht zwin­gend in irgend­ei­ne tiefere Ursache.

Es geht darum zuzu­hö­ren. Wahr­zu­neh­men. Präsent zu sein. Und diese Neugier her­vor­zu­ho­len, die sich nicht aus Lehr­bü­chern lernen lässt.

Wenn das gelingt, fällt beim Kli­en­ten etwas weg, das viele kennen: das Gefühl, es nicht richtig zu machen, sich nicht ent­span­nen zu können, die Ursache nicht finden zu können.

„Sie sind richtig, wie sie sind. Es geht nur darum, sich selbst wie auf die Schli­che zu kommen und zu erken­nen, wieso dieses Muster noch genährt wurde.”

Und über dieses Erken­nen kann sich das Muster drehen – auf extrem vielen ver­schie­de­nen Ebenen gleich­zei­tig. Ohne Regres­si­on. Ohne Anker. Ohne Sug­ges­ti­on. Ohne innere Kind Arbeit.

Was das für dich als The­ra­peu­tin bedeu­tet

Es wird leich­ter. Nicht nur für deine Kli­en­ten – auch für dich. Du musst nicht mehr rätseln, welche Technik jetzt die rich­ti­ge ist. Du musst nicht mehr die fixe Ursache finden, nicht mehr ent­schei­den, in welchem Alter und in welchem Ereig­nis das Problem seinen Ursprung hat.

Und deine Kli­en­ten hören auf, sich zu fragen: Warum schaffe ich das nicht? Warum kann ich das nicht los­las­sen? Wieso mache ich es immer noch falsch? All diese Unzu­läng­lich­kei­ten, die sie bei sich ver­mu­ten, fallen weg – weil sie in dieser Arbeit gar nichts falsch machen können.

Das ist keine ver­ein­fach­te Vari­an­te von The­ra­pie. Es ist eine, die dem Men­schen endlich gerecht wird.

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